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14.11.2022

Wie Ihnen MIWE hilft, die Energiekrise zu meistern

Energie ist zum Backen unverzichtbar – in der Bäckereikälte meist in Form von elektrischem Strom, in den Backöfen daneben vor allem mit Gas und Öl als fossilen Energieträgern. 

Eine radikale Verteuerung oder gar Verknappung von Energie, wie sie in diesen Tagen droht, zwingt Bäcker*innen daher landauf landab, über Einsparmöglichkeiten und eventuelle Brennstoffalternativen nachzudenken. Letztere haben wir in einem ersten Beitrag zum Thema bereits ausführlicher vorgestellt.

Hier soll es nun darum gehen, Einsparmöglichkeiten anzusprechen, die MIWE Kunden zur Verfügung stehen. Ganz ohne Energie kommen freilich auch MIWE Kunden nicht aus. Aber sie haben weitreichende Möglichkeiten, ihren Energieverbrauch zu reduzieren.

Warum Sie mit einer MIWE Anlage von Hause aus Energie sparen

MIWE hat das Thema Energie schon 2009 auf die Agenda gesetzt, als viele noch glauben wollten, Gas, Öl und Strom stünden bis in alle Ewigkeit unbegrenzt und kostengünstig zur Verfügung. Mit der Energiesparoffensive des neuen Geschäftsfeldes MIWE energy waren wir seinerzeit der maßgebliche Pionier beim Thema Niedrigenergie-Backstube. Folgerichtig zählen wir heute zu den erfahrensten und zu den erfolgreichsten Partnern, wenn es ums Energiesparen in der Bäckerei geht: 

Jedes einzelne unserer mittlerweile mehr als 220 Energiesparprojekte hat die versprochenen Einsparungen tatsächlich erreicht, wenn nicht sogar deutlich übertroffen. Wer eine Niedrigenergie-Backstube realisieren möchte, kommt daher heute an der MIWE Expertise kaum vorbei.

Einer der elementaren Bausteine des energy-Konzeptes war und ist es, Anlagen zu nutzen, die von Hause aus so effizient wie nur irgend möglich mit der eingesetzten Energie umgehen. Denn am besten eingespart ist die Energie, die man von Anfang an gar nicht erst braucht. Ehrgeizige Energiesparziele sind daher – neben der backtechnologischen Exzellenz – bei jeder MIWE Produktentwicklung fest im Pflichtenheft verankert. Um besonders effiziente Anlagen zu kennzeichnen, haben wir vor zehn Jahren das Energieeffizienzsiegel e⁺ auf den Weg gebracht.

Wo es einer Anlage verliehen worden ist, zeigt es dem Interessenten auf Anhieb, dass diese Anlage erheblich weniger Energie verbraucht als ihr Vorgänger (in der Regel erreichen wir Einsparungen von mindestens 5 bis 10 %) und dass sie auch im Wettbewerbervergleich besonders gut abschneidet.

Wegen dieser besonderen Energieeffizienz haben wir den folgenden Produkten das Energiesparsiegel e⁺ verliehen:

Der Stikkenofen MIWE roll-in e⁺

  • Geringerer Energieverbrauch dank strömungsoptimierter Heizgasführung;
  • effizientes Schuss-auf-Schuss-Backen dank integrierter Wärmespeicherwand;
  • optimiertes Schwadensystem mit punktgenauer, also Überschüsse vermeidender Wasserdosierung;
  • vorausschauend effizienteres Backen mit MIWE Autostart und MIWE Eco-Modus;
  • dampfdichte Türdichtungen und lückenlose Multilayer-Isolierung;
  • geregelte Verschlussklappe MIWE eco:wing hält Energie im Ofen

Der Etagenbackofen MIWE ideal e⁺ in der neuesten Version 4.0

  • hoch effizientes, punktgenau arbeitendes Schwadensystem mit Premium-Sattdampf
  • feinst an die Anforderungen aller Backwaren anpassbare Energieübertragung ohne Überschießen mit MIWE variobake
  • Reduktion der Brennerleistung bei gleichzeitiger Erhöhung der Einschaltdauer
  • Energieeinsparung und mehr Flexibilität durch einzeln an-/abschaltbare Herdgruppen
  • Reduktion von Wärmebrücken und -abstrahlung durch Multilayer-Isolierung.

Der Etagenbackofen MIWE condo e⁺ (in Laden und Backstube bestens zu Hause!)

  • zielgerichteter, sparsamer Energieeinsatz durch MIWE optitherm;
  • die automatische Herdvorwahl selektiert stets den energetisch vorteilhaftesten Herd und kappt Leistungsspitzen (TC-U);
  • Reduktion von Dampf- und Wärmeverlusten durch hoch effiziente Dichtungen, clevere Multitherm-Isolierung und wärmereflektierende Beschichtung;
  • vorausschauend effizienteres Backen mit MIWE Autostart und MIWE Eco-Modus;
  • intelligente, regelbare Schwadenklappe.

Der Konvektionsbackofen MIWE aero e⁺

  • Effiziente Energienutzung bei Teilbelegungen dank MIWE flexbake;
  • vorausschauend effizienteres Backen mit MIWE Autostart und MIWE Eco-Modus;
  • Reduktion der Wärmeabstrahlung durch wärmereflektierende Beschichtung und (optional) 3-fach-Verglasung;
  • Reinigungsfunktion mit niedrigem Wasserverbrauch hilft Wasser und Energie sparen.

Der Gärvollautomat MIWE GVA e⁺

  • Modernste EC-Ventilatoren und elektronische Expansionsventile sparen Energie – und nützen dem Produkt
  • Sparsame LED-Beleuchtung
  • Vermeidung von Kältebrücken und Energieverlusten durch allseitig durchgehende 80 mm Isolierung – optional auch 100 mm
  • Zusätzliche Einsparungen durch das Energy-Paket mit stufenloser Ansteuerung der Kältemaschinen bzw. Kompressoren über Frequenzumrichter

Welche Funktionen Ihrer MIWE Anlagen Ihnen beim Energiesparen gezielt helfen

Unsere Anlagen sind aber nicht nur von Hause aus auf niedrigen Energieeinsatz getrimmt; viele von ihnen bringen zudem spezielle Funktionen mit, die es Ihnen gezielt noch einfacher machen, beim Backen Energie zu sparen.

Nehmen wir den MIWE Eco-Modus

Wenn eine Backstation kontinuierlich auf Backtemperatur gehalten wird, ist sie natürlich auch jederzeit sofort backbereit. Das klingt erst mal praktisch, hat aber, wie alles, eine Kehrseite: Für das beständige Nachheizen der Backstation wird selbst bei den sparsamen, vorbildlich gedämmten Backöfen von MIWE kontinuierlich Energie verbraucht – unnötig viel Energie, wenn der nächste Backvorgang dann doch länger auf sich warten lässt.

Der MIWE Eco-Modus sorgt in dieser Situation für den richtigen Kompromiss aus niedrigem Energieverbrauch und kurzfristiger Backbereitschaft. Dazu wird die Backkammertemperatur automatisch auf einen – frei wählbaren – niedrigeren Wert abgesenkt, je nach Einstellung so-fort nach Backende oder nach einer vorgegebenen Zeit des „Nichtgebrauchs“.
Als Standard sind in unseren Backstationen 20 Minuten Verzögerungszeit und eine auf 150 °C abgesenkte Temperatur voreingestellt. Das bedeutet: 20 Minuten nach Ende eines Backprogramms wechselt der Backofen automatisch in den Eco-Modus und senkt die Temperatur auf 150 °C ab. 

Energiesparende Eco-Modus von MIWE
Der MIWE Eco-Modus spart Strom und ist anschließend zügig wieder backbereit. Dieser Kompromiss sorgt für die im Alltag immer wieder benötigte Flexibilität, während gleichzeitig wertvolle Energie (und somit Geld) gespart wird.

Das ist eine sinnvolle Grundeinstellung, wenn über den Tag verteilt immer wieder ohne lange Wartezeiten gebacken werden soll. Aber das ist ja nicht in jeder Filiale und in jedem Shop der Fall. Daher können MIWE Kunden die Werte an ihre individuellen Bedürfnisse anpassen. Es gibt Anwender, die mit einem klar über den Tag verteilten Backregime arbeiten, die von einer längerfristig bereitgehaltenen schnellen Backbereitschaft also gar nicht profitieren würden; sie setzen die Verzögerungszeit beispielsweise strikt auf 1 Minute herab. Der Backofen wechselt dann nach jedem Backvorgang praktisch sofort in den Eco-Modus. Auch die gewählte Temperatur lässt sich anpassen. Die voreingestellten 150 °C stellen einen tragfähigen Kompromiss zwischen Energieeinsparung und rasch wieder backbereitem Backofen dar. Wenn die Aufheizzeit kein ganz kritischer Faktor ist oder wenn sie ohnehin kurz ist, weil kein Schwaden benötigt wird, kann man die Eco-Temperatur auch auf einen niedrigeren Wert einstellen.

Selbstverständlich kann die Backstation auch jederzeit vom Bediener manuell in den Eco-Modus versetzt und dabei gleich der Zeitpunkt festgelegt werden, zu dem sie wieder backbereit sein soll. Mit der Option „Auto AUS“ lässt sich zudem ein Zeitpunkt definieren, zu dem die Anlage definitiv ausschaltet.

Oder den MIWE Autostart

Damit Ihre MIWE Backstation früh zum Schichtbeginn sofort backbereit ist, lässt sie sich via MIWE Autostart für eine ganze Woche im Voraus so programmieren, dass sie zu einem frei wählbaren Zeitpunkt automatisch – je nach Einstellung – entweder einschaltet oder bereits backbereit ist. 

MIWE autostart
Der Modus 'Backbereit' bei MIWE Autostart heizt den Backofen (unter Berücksichtigung der Resthitze) zum gewählten Zeitpunkt vor. Verringerter Leerlauf oder gar Wartezeiten reduzieren den Verbrauch.
Dabei kann die Aufheizleistung auch gedrosselt werden, um eventuelle Leistungsspitzen zu vermeiden (was Ihnen hilft, Energie günstiger einzukaufen). Wenn Sie früh den Laden betreten, können Sie jedenfalls sofort mit dem guten Gefühl loslegen, dass Sie keinerlei Energie verschwendet haben. Dazu gleich noch ein Tipp: Idealerweise wird eine automatische Reinigung mit der MIWE cleaning control zeitlich gleich mit dem MIWE Autostart kombiniert, weil sich so die Restwärme aus dem Reinigungsprozess kostengünstig gleich zum Aufheizen für den Backprozess nutzen lässt. Wieder mal Zeit und Geld gespart.

Umschaltung Sommer-/Winterzeit? Das erledigt die Automatik. Aber nicht automatisch!

Mancher Bäcker kümmert sich nicht um Sommer- und Winterzeit und fährt seinen Backofen der Einfachheit halber das ganze Jahr mit gleichbleibender Uhrzeit. Wirkt auf den ersten Blick besonders komfortabel, hat aber unter Umständen weit reichende energetische Folgen: Es kann nämlich bedeuten, dass ein derart eingestellter Backofen mit konstant eingestellter Autostart-Zeit 6 Monate lang an jedem Arbeitstag früh eine Stunde nutzlos absteht.

Dabei ist es so einfach. Jede Backstation von MIWE kann automatisch von Sommer- auf Winterzeit umstellen (und natürlich auch wieder zurück). Die Funktion ist allerdings nicht von Hause aus aktiviert, denn wir können Ihnen ja nicht einen Backofen ausliefern, der ohne Ihr Zutun und Wissen einfach zweimal im Jahr die Uhrzeit verstellt. Das führt, wie wir aus schmerzhafter Erfahrung wissen, bloß zu Irritationen und vollkommen unnötigen Service-Einsätzen. Daher gilt: Der Anwender muss diese Umschalt-Automatik bewusst anwählen – bei der TC-Steuerung im Menü, bei der FP-Steuerung über die Tastenkombination P – F – 4.

Auch die FP-Steuerung bietet eine automatische Zeitumstelllung.

Sind Umrüstungen ein Ausweg

Gas, Öl und Strom sind die drei großen Energieträger in der Bäckerei. Teurer werden sie letzten Endes derzeit alle, aber knapp wird, wenn es denn dazu kommt, vermutlich vor allem und erst mal einer: Gas. Daher denken viele Bäcker darüber nach, gasbeheizte Backöfen nötigenfalls auf andere Brennstoffe umzurüsten. Auch unsere Entwickler haben diese Möglichkeiten selbstverständlich im Blick. Und erste Antworten parat.

Alternative Brennstoffe und ihre jeweiligen Tücken haben wir an anderer Stelle bereits ausführlich abgehandelt. Wie steht es aber mit der Umrüstbarkeit auf eine elektrische Beheizungsart?

Bei allen Anlagen mit einer separaten Heizkesselzentrale ist das einfach. Hier lässt sich – ohne größere Eingriffe an den Backofensystemen und ohne Auswirkungen auf das Backverhalten – eine öl- oder gasbetriebene Heizkesselzentrale durch eine elektrisch betriebene im Leistungsbereich 300-400 kW ersetzen. 

Muss die Heizeinheit im Backofen selbst geändert werden, ist die Umrüstung nicht mehr ganz so einfach – und sie geht stets damit einher, dass sich das Backverhalten ändert und daher auch Backprogramme angepasst werden müssen. Aber womöglich ist das immer noch besser als von einem Tag auf den anderen ohne Heizmöglichkeit dazustehen. 

So steht beispielsweise für den MIWE roll-in in der Version 1 ein Umbausatz auf elektrischen Betrieb zur Verfügung.  Andere Systeme sind in der Vorprüfung oder haben sie, wie das für den Etagenbackofen MIWE ideal T, bereits erfolgreich durchlaufen.

Es dürfte sich also lohnen, sich mit Ihren konkreten Fragen an den MIWE Fachberater zu wenden. Er kennt den aktuellen Stand der Entwicklung und hat sicher auch so noch den einen oder anderen Tip für Sie parat.

Sie wollen Ihren Backofen umrüsten? Kontaktieren Sie uns jetzt!

Wie Sie selbst zum sparsamen Energiehaushalt beitragen können

Optimal aufeinander abgestimmte Prozesse helfen, Energiereserven zu heben. Beispielsweise auch durch eine vorausschauende Backstubenplanung.
Selbstverständlich liegen auch in der klugen Organisation der Backprozesse Energiereserven, die sich heben lassen. Als erfahrene(r) Bäcker*in haben Sie die sicherlich sowieso schon in den Blick genommen, so dass wir uns hier mit einigen elementaren Hinweisen begnügen können. Dabei geht es immer um Wahlmöglichkeiten, die tief in Ihre Arbeitsorganisation und in Ihre Qualitätspolitik eingreifen – daher wollen wir die folgenden Hinweise auch bestenfalls als Anregungen verstanden wissen. Ob und wie weit sie sich mit Ihrer Geschäftspolitik vertragen, können Sie selbst am besten entscheiden.

Optimale Wärmenutzung

Selbstverständlich ist es sinnvoll, den Backofen so aufzuheizen, dass er exakt zum gewünschten Backbeginn auch backbereit ist – nicht schon erheblich früher. Vermeiden Sie alle Warmhalte- und Leerlaufzeiten. Nutzen Sie den oben beschriebenen MIWE Eco-Modus. Beschicken Sie umgehend, sobald der Status „backbereit“ erreicht ist.

Türen von Backöfen, sowie von Kälteanlagen, sollten nur so kurz wie nötig geöffnet werden. Außerdem helfen gut sitzende Abdichtungen dabei, die Energie dort zu behalten, wo sie hingehört.

Nutzen Sie, wenn möglich, die Restwärme, die vom letzten Backvorgang noch im Backofen steckt, gleich als „Anschubfinanzierung“ für den nächsten Backvorgang, anstatt erst zu warten, bis der Ofen kalt ist, um ihn dann wieder aufzuheizen. Selbst die Restwärme von der Backofenreinigung lässt sich, wie oben beschrieben, ganz praktisch als Energiesparmaßnahme beim ersten Backen nutzen. Der MIWE condo e⁺ mit der zentralen Steuerung MIWE TC-U schlägt Ihnen automatisch denjenigen Herd vor, der mit geringstem Energieaufwand für das nächste Backprogramm geeignet ist. A propos optimale Wärmenutzung. Es liegt eigentlich auf der Hand, wird aber im Eifer des Gefechts gerne mal übersehen: Öffnen Sie die Backöfen (und auch Ihre Kältezellen!) nur so oft und so kurz wie nötig.

Optimale Backflächennutzung

Auch wenn moderne MIWE Backöfen wie der MIWE aero e+ mit MIWE flexbake über eine Funktion verfügen, die den Energiebedarf bei Teilbelegungen intelligent anpasst, steigen die Energiekosten pro Stück bei teilbelegten Backöfen 

grundsätzlich an. Anders gesagt: Der Energieeinsatz ist bei Vollbelegung am effizientesten. Man kann sich also fragen, ob statt Teilbelegungen, wie sie oft nachmittags zum Nachbacken genutzt werden, nicht vielleicht besser gleich ein kleineres Backofensystem zum Einsatz kommen sollte – oder ob man sich vielleicht sogar erlauben will und kann, generell auf Kleinchargen zu verzichten?

Teilbelegung erlaubt es, flexibel auf Nachfrage zu reagieren. Allerdings haben Kleinchargen aufs Stück gesehen mehr Energiebedarf.

Optimale Backabfolgen

MIWE Baking Suite auf Tablett
Ein Backkalender kann dabei helfen, in energetisch sinnvoller Reihenfolge zu backen.

Wer verschiedene Produkte mit unterschiedlichen Backtemperaturen bäckt, der profitiert davon, wenn allzu große Temperaturschwankungen in der Abfolge vermieden werden, weil dann nämlich Abkühlphasen und Aufheizphasen energetisch ungünstig aufeinandertreffen. Lieber wie in alten Zeiten konsequent mit fallenden Temperaturen backen!

Optimale Schwadenmenge

Die Beschwadung „zieht“ fast ein Viertel der fürs Backen aufgewendeten Energie, weil dabei Wasser verdampft wird. Logisch, dass jedes „Zuviel“ an Schwaden unnötige Energie kostet. Die Schwadensysteme von MIWE Backöfen sind durch die Bank so ausgelegt, dass sie die gewählte Wassermenge ohne Verschwendung und ohne Pfützen vollständig zu Schwaden verdampfen. Das ist keineswegs bei allen am Markt befindlichen Systemen so. Deshalb kommen Sie bei MIWE Backöfen in der Regel auch mit geringeren Schwadenmengen aus! Und geringere Wassermengen bedeuten immer auch geringeren Energieeinsatz.

Optimaler Anlagenzustand

Wie gesagt: die Wasserverdampfung im Schwadenapparat braucht – wegen des Aggregatübergangs von flüssig nach gasförmig – erhebliche Mengen Energie. Dieser Energiehunger steigt noch deutlich an, wenn das Schwadensystem Kalkablagerungen zeigt. Auch ein falsch eingestellter Kaminzug oder ein schlecht gewarteter Brenner verschlechtern den Wirkungsgrad Ihres Backofens. Und sind Sie sicher, dass die Türdichtungen alle noch korrekt sitzen? Kurz: Auch regelmäßige Wartungen und optimale Einstellungen schlagen sich in geringerem Energieverbrauch nieder.

Die folgende Checkliste benennt die klassischen Energiefresser in der Backstube – und sie zeigt, wie sich mit wenig Einsatz viel Energie einsparen und gleichzeitig die Qualität Ihrer Produkte auf gewohnt hohem Niveau halten lässt.

Lassen Sie sich inspirieren– Energie sparen ist oftmals gar nicht so schwer.

Organisation

  • Heizen Sie Ihren Backofen zum richtigen Zeitpunkt vor? Vermeiden Sie Warmhalte- und Leerlaufzeiten durch produktgemäßes Einschalten des Backofens und rechtzeitiges Beschicken.
  • Schalten Sie Ihre Anlagen rechtzeitig in den MIWE Eco-Mode oder komplett ab? Der Sparmodus rechnet sich schon ab einer Leerlaufzeit von ca. 30 Minuten.
  • Achten Sie auf eine optimale Backflächenausnutzung? Diese fällt je nach Ofentyp und Backgut unterschiedlich aus, ist aber in Ihrem MIWE manual unter „Backprogramme“ zu finden. Nachschlagen lohnt sich, denn die Energiekosten pro Stück steigen mit abnehmender Ofenauslastung drastisch.
  • Backen Sie Produktabfolgen mit gering differierenden Temperaturen? Überprüfen Sie Ihre Backabfolgen auf große Temperaturschwankungen, die möglicherweise vermeidbar sind.
  • Ist die Schwadengabe auf das für das Backgut nötige Maß beschränkt? Die Beschwadung benötigt fast ein Viertel der Ofenenergie. Bei Backöfen ohne feste Dosierungseinrichtung wird die Schwadenmenge durch die Erfahrung des Bäckers bestimmt.
  • Öffnen Sie die Backöfen nur so oft wie nötig und so kurz wie möglich? Halten Sie vor allem auch Ihre Mitarbeiter dazu an.

 

Technik

  • Wird die Entkalkung der Schwadenapparate in den empfohlenen Intervallen durchgeführt? Die Verdampfung von Wasser erfordert viel Energie. Dieser Energiebedarf steigert sich deutlich, wenn die Wärmeübertragung durch Kalkablagerungen behindert wird.
  • Ist Ihr Kaminzug richtig eingestellt? Die richtigen Werte hierzu finden Sie im MIWE manual Ihres Backofens.
  • Reinigen Sie Ihre Brenner regelmäßig und lassen Sie diese jährlich warten? Das sichert sowohl die geringst mögliche Abgasemission als auch niedrigen Verbrauch.
  • Reinigen Sie die Zuluftbereiche der Brenner bei offener Ansaugung (3 x jährlich)?
  • Prüfen Sie regelmäßig alle Türdichtungen? Defekte Dichtungen sollten Sie sofort austauschen lassen.
  • Steht Ihre Anlage möglichst weit entfernt von Kältequellen (offene Fenster, etc.)?

Organisation

  • Kontrollieren Sie die Kühltemperaturen und passen Sie diese dem echten Bedarf an? Halten Sie die Herstellerempfehlungen möglichst exakt ein!
  • Lagern Sie Kühlgut mit gleichen Kühlbedingungen gemeinsam?
  • Verzichten Sie möglichst auf das Frosten bzw. Abkühlen ofenheißer Produkte. Backwaren sollten vorher stets etwas abgekühlt werden.
  • Lasten Sie die Kühlfläche optimal aus? Vermeiden Sie Teilbelegungen und legen Sie die Ware mehrerer Geräte zusammen.
  • Schalten Sie ungenutzte Kühlung aus? Das lohnt bereits ab 12 Stunden!
  • Lagern Sie nur Produkte in den Kühlräumen, die wirklich gekühlt werden müssen!
  • Schalten Sie die Beleuchtung der Kühlräume nur bei Bedarf an? Die Beleuchtung in den Kühlanlagen erhöht den Energiebedarf gleich zweifach: zum einen durch den Verbrauch der Lampe selbst, vor allem aber durch die Wärmeabgabe der Beleuchtung, die wiederum den Kältebedarf deutlich anhebt.
  • Öffnen Sie Kühlräume möglichst kurz und nur bei Bedarf? Beim Öffnen entweicht nicht nur die kühle Luft, sondern es dringt auch warme und feuchte Luft herein (Vereisung).
  • Schalten Sie Kühltheken außerhalb der Ladenöffnungszeiten aus? Decken Sie offene Kühlbereiche ab?

 

Technik

  • Säubern Sie die Kühlrippen der Verflüssiger regelmäßig?
  • Tauen Sie Ihre Verdampfer regelmäßig ab?
  • Stehen die Verflüssiger in kühlen, staubfreien und gut zugänglichen Bereichen? Wenn die Wärmeabgabe z.B. durch Mehlstaub stark behindert ist, können die Geräte überhitzen.
  • Haben Sie die Eingänge zu den Kühlräumen mit Kälteschutzvorhängen versehen?
  • Kontrollieren Sie regelmäßig die Türdichtungen? Durch defekte Dichtungen kann der Stromverbrauch erheblich steigen.
  • Vermeiden Sie direkte Sonneneinstrahlung auf Ihre Kühlgeräte? Beachten Sie: Auch die Beleuchtung strahlt Wärme ab.
  • Warten Sie Ihre Kühlanlage regelmäßig (Kältemittelfüllstand, Dichtheit EN 842, Kontrolle auf Eisfreiheit)?

Organisation

  • Lassen Sie die Außen- und Schaufensterbeleuchtung nur in der werbewirksamen Zeit brennen? Diese Maßnahme kann mit Zeitschaltuhren ganz leicht umgesetzt werden.
  • Schalten Sie nicht benötigte Geräte vollständig ab? Der Verzicht auf den Standby-Modus bietet ein erhebliches Einsparpotential.
  • Schalten Sie die Lüftungs- und Druckluftanlagen außerhalb der Betriebszeiten ab?
  • Haben Sie Ihre Mitarbeiter ausreichend im Umgang mit Energie geschult? Bringen Sie Spartipps an den Maschinen an.

Technik

  • Wurden Glühlampen durch Energiesparleuchten ersetzt? Der Austausch rechnet sich schon nach kurzer Zeit.
  • Verwenden Sie Spiegelrasterleuchten mit elektronischem Vorschaltgerät? Dort, wo eine hohe Lichtausbeute und eine lange Beleuchtungszeit notwendig sind (hauptsächlich in den Produktionsräumen), sind Spiegelrasterleuchten eine lohnenswerte Investition.
  • Verfügen Ihre Geschirrspüler und Waschmaschinen über Warmwasseranschlüsse? Industriegeschirrspüler ohne Warmwasseranschluss benötigen eine wesentlich höhere Anschlussleistung. Hier kann das Warmwasser aus Abgaswärmetauschern optimal verwendet werden.
  • Haben Sie eine Umstellung von elektrischer Warmwassererzeugung auf Gas- oder Ölheizungen überprüfen lassen?
  • Entkalken Sie Ihre Warmwassererzeugerregelmäßig?
  • Wissen Sie wie viel Blindstrom Sie im Monat bezahlen müssen? Denken Sie über eine Blindstromkompensation nach.
  • Können Sie eventuell die Strompreis-Rahmenverträge Ihrer Berufsstandorganisation nutzen?
Organisation
  • Warten Sie Ihre Heizungsanlage regelmäßig? Insbesondere die Brenner sollten jährlich gewartet werden.
  • Halten Sie die Warmwassertemperaturen so niedrig wie möglich? Achten Sie jedoch auf regelmäßige Kurzzeiterhitzung, um Legionellenbildung zu vermeiden.
  • Entkalken Sie die Warmwasserbereitung regelmäßig?
  • Schalten Sie die Zirkulationspumpen im Warmwasserkreislauf ab, wenn Sie über einen Zeitraum von mehreren Stunden kein Warmwasser benötigen?
  • Schalten Sie die Heizkreislaufpumpen außerhalb der Heizperiode komplett ab?

Technik
  • Haben Sie Zirkulationspumpen in den Warmwasserkreislauf eingebaut? Wenn dies noch nicht geschehen ist, ist der Einbau erst dann sinnvoll, wenn eine größere Sanierung der Heizungsanlage erforderlich ist.
  • Sind die Heizungs- und Warmwasserrohre ausreichend gedämmt und alle Rohrdämmungen intakt?
  • Besitzen Sie eine Heizungsanlage, die dem Stand der Technik entspricht? Prüfen Sie, ob Sie mit einer moderneren Anlage nicht einen großen Kostenanteil einsparen können.
  • Sind alle Gebäudeteile angemessen wärmegedämmt?
  • Hat Ihr Brenner die richtige Leistung? Der Austausch eines Brenners– teilweise auch nur eine optimale Düsenbestückung – senken den Brennstoffbedarf erheblich.
  • Entspricht die Kesselgröße der Heizungsanlage wirklich Ihren Anforderungen? Die bei Installation eines kleineren Kessels eingesparten Kosten können in Wärmerückgewinnungsanlagen oder solarthermische Anlagen zur Deckung des Warmwasserbedarfs genutzt werden.
  • Ist Ihre Heizungsanlage bereits strömungsoptimiert (z.B. elektronisch geregelte Pumpen)?

Wissen ist Macht

Zielgerichtet kann man Energie dann sparen, wenn man weiß, wo sie in welchem Umfang verbraucht – und wo sie womöglich unnötig verschwendet wird. MIWE Anwender sind da klar im Vorteil, vor allem dann, wenn sie die MIWE smart baking suite (sbs), unser Software-Management-Tool für verteilte Anlagen, nutzen. Die bringt nämlich ab Herbst 2022 eine neue Funktion mit, den MIWE sbs:energiemonitor.

Energieverlauf im sbs energiemonitor
Ein Ausschnitt aus dem neuen MIWE sbs:energiemonitor. Übersichtlich zeigt er auf verscheidenen Dashboards, wann wofür wie viel Energie verbraucht wurde. Im Zeitverlauf zeigt sich dann schnell, wie sich Energiesparmaßnahmen auswirken.

Damit wird nun vollkommen transparent, wie viel Energie eine Backstation wofür verbraucht und was das alles kostet. 

Die Software schlüsselt detailliert auf, in welchen Betriebszuständen (Backen, Aufheizen, Backbereit, …) und für welche Backprogramme wieviel Energie verbraucht worden ist; sie zeigt all dies auch in einer Historie an – zum letzten Tag, zur letzten Woche, zu den letzten acht Wochen und erlaubt so, auch Entwicklungen punktgenau zu dokumentieren.

Für die ganz schnelle Orientierung fasst sie die aufgelaufenen Daten in einem „Backeffizienz“-Koeffizienten zusammen, so dass auf Anhieb ersichtlich ist, wenn und wo bei einer bestimmten Backstation im Verbund die Effizienz aus dem Ruder läuft. Was Sie in die Lage versetzt, gezielt an der richtigen Stelle gegenzusteuern.

Was MIWE energy außerdem noch für Sie tun kann

Backen braucht Wärme. Und Wärme braucht Energie. Daran führt kein Weg vorbei. Aus physikalischen Gründen muss beim Backen sogar immer etwas mehr Energie aufgewendet werden, als für das Produkt alleine notwendig wäre. Dieser notwendige „Overhead“ an Energie geht, wenn man nichts dagegen unternimmt, allerdings nutzlos verloren – vor allem durch den Kamin.

Die Steuerung auf der MIWE eco:nova zeigt übersichtlich Erzeuger und Verbraucher, wichtiger aber noch: die tagtäglich eingesparte Energie.

Der zweite Baustein unseres Geschäftsfeldes MIWE energy besteht daher aus Komponenten, die solche Prozesswärme zurückgewinnen und dabei den Wirkungsgrad unser Backöfen (übrigens auch unserer Kälteanlagen) noch einmal deutlich nach oben setzen. Als besonders leistungsfähig und universell hat sich die MIWE eco:nova am Markt etabliert, eine Wärmerückgewinnung speziell für Backofentechnik, die – einzig sinnvoll – die in Schwaden und Rauchgas jeweils enthaltene Energie separat auswertet und so das physikalische Maximum aus der Abwärme holt. Sie gewinnt durchschnittlich ein Viertel der für das Backen aufgewendeten Energie (oder rund ein Viertel der aufgewendeten Energiekosten) zurück. Und funktioniert klaglos an einer Vielzahl von Backöfen (für Brennereingangsleistungen von 160 bis 960 kW).

Wo es vor allem darum geht, die Abwärme aus Rauchgas zurückzugewinnen, kommt die MIWE eco:box zum Einsatz. Sie ist in unterschiedlichen Leistungsklassen verfügbar (für einzelne Backofenbrenner mit Nennleistungen von 95 oder 140 kW, außerdem für je maximal drei Brenner in den Varianten 170, 250 und 300 kW), daher auch für jede Betriebsgröße geeignet, vom kleinen Handwerksbäcker bis hin zu großen industriellen Backbetrieben.

Die MIWE eco:nova gewinnt durchschnittlich ein Viertel der für das Backen aufgewendeten Energie zurück. Dafür wertet sie die in Rauchgas und Schwaden enthaltene Energie getrennt aus.

Wenn Sie freilich statt punktueller Ansätze lieber gleich die kompletten Energieflüsse in Ihrem Betrieb monitoren und kontinuierlich auf Optimierungsmöglichkeiten hin analysieren wollen, bietet Ihnen MIWE energy in der vollen Ausbaustufe mit der MIWE eco:control das geeignete Werkzeug an, das die Wärmeniveaus und -flüsse im Betrieb transparent macht.

Anhand seines Wärmefluss-Protokolls lassen sich Energieüberhänge und eventuelle Engpässe, Trends, aber auch Fehler rasch identifizieren und sodann gezielt Maßnahmen ergreifen, die die optimale Nutzung der verfügbaren Energiepotentiale sicherstellen. Mit ihrer Steuerungsfunktion verteilt die MIWE eco:control Energieströme bedarfsgerecht zu den Verbrauchern und dabei immer dorthin, wo sie gerade benötigt werden.

Screenshot der MIWE eco:control
Die MIWE eco:control protokolliert Wärmepotenziale und deren Verläufe.
So kommt bei MIWE energy ein Baustein zum anderen. Und für Sie am Ende das maximale Ergebnis bei der Kostensenkung heraus.

Das hat Sie neugierig gemacht? Dann kontaktieren Sie uns und erfahren Sie mehr über die MIWE energy Lösungen, unsere e⁺ Produkte oder Energie sparende Verfahren. Jederzeit gern auch im MIWE live baking center in Arnstein.

Technik für die zentrale Produktion

Vom Produktionsbackofen samt Beschickung und Transport über Bäckereikältetechnik bis hin zu Energieeffizienzsystemen. Auf unserer Website finden Sie einen Überblick über unsere Lösungen für Ihre Backstube und selbstverständlich alle Details zu unserer Technik für die zentrale Produktion.

Sprechen Sie mit unseren Experten

Ihnen steht der Sinn nach Veränderung? Sie schmieden gerade kleine oder große Pläne für Ihre Produktionsstätte? Dann lassen Sie uns ins Gespräch kommen! Völlig gleich wo Sie momentan stehen oder wo die Reise hingehen soll – unsere Planungsexperten begleiten Sie gerne auf Ihrem Weg. Wir freuen uns auf Ihre Nachricht!

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