Das Licht am Ende der Pipeline
Pipeline Ausgang

24.06.2022

Das Licht am Ende der Pipeline
Was kommt, wenn kein Gas mehr kommt?

Welche Möglichkeiten haben MIWE Kunden in Zeiten drohender Energieverknappung?

Viele Bäcker fragen sich angesichts der Folgen des russischen Überfalls auf die Ukraine: Was ist, wenn mir morgen der Gashahn abgedreht wird? Immerhin nutzen in Deutschland rund zwei Drittel der Bäckereien Erdgas als Brennstoff. Und Erdgas stammt in Deutschland trotz deutlicher Reduzierung noch immer zu rund einem Drittel aus Russland.

Auch die Bäcker mit ölbeheizten Backöfen sehen die Entwicklung sorgenvoll. Bei Erdöl bestehen zwar mehr Lieferalternativen als beim Erdgas, aber nach den Gesetzen des Marktes ist davon auszugehen, dass die Verknappung des einen Brennstoffs perspektivisch auch andere Brennstoffe erfassen, sie also letztendlich ebenfalls verknappen, zumindest aber erheblich verteuern wird – einschließlich der elektrischen Energie übrigens, für deren Erzeugung ja immer noch auch Gas und Öl eingesetzt werden.

  • Womit müssen Bäcker also rechnen, wenn kein russisches Erdgas mehr kommt?
  • Gibt es echte, kurzfristig nutzbare Alternativen zu den gängigen fossilen Brennstoffen, die einen sicheren Ausweg aus der Misere versprechen?
  • Lassen sich MIWE Backöfen auf diese Alternativbrennstoffe dann auch umrüsten?

 

Vor allem aber (und in einem sehr viel grundsätzlicheren Sinne): Was kann ich als Bäcker tun, um der Kostenexplosion auf dem Energiesektor wirksam zu begegnen? Das sind die Fragen, die in diesen Tagen die Bäcker umtreiben und mit denen selbstverständlich auch wir als führender Hersteller von Bäckerei- und Backofentechnik uns tagtäglich konfrontiert sehen.

Die Zukunft vorhersagen können wir freilich nicht, aber Antworten haben wir durchaus. Die stellen wir in den folgenden Abschnitten der Reihe nach vor.

Gasflamme
In zwei von drei deutschen Bäckereien wird die Backofentechnik mit Erdgas beheizt. Hier sind die Sorgen und Nöte am größten, sollte es zum Gaslieferstopp kommen - doch auch Heizöl und Strom wären indirekt davon betroffen.

Was heißt es für Bäcker, wenn kein russisches Erdgas mehr kommt?

Deutschland bezieht noch immer erhebliche Mengen seines Erdgases aus Russland. Im Jahr 2021 waren es 51 %, im April 2022 etwa 35 %. Bis Ende des Jahres soll der Anteil russischen Erdgases noch weiter auf etwa 30 % absinken. Aber selbst dann hätte ein russischer Lieferstopp gravierende Auswirkungen, insbesondere dort, wo Gas in großen Mengen für die tägliche Produktion benötigt wird.

Andererseits sollte nicht übersehen werden, dass in den deutschen Erdgasspeichern derzeit eine verhältnismäßig hohe Reserve lagert. Anfang Juni 2022 lag der Füllstand der deutschen Gasspeicher bei über 50 %, das ist höher als ein Jahr zuvor in Friedenszeiten. Mit diesem Vorrat alleine ließe sich der gesamte Gasverbrauch in Deutschland, von dem rund die Hälfte in Industrie, Handel, Dienstleistungen und Gewerbe fließt, für rund 80 Tage aufrechterhalten. Obwohl das Bundeswirtschafts-ministerium nun vermeldet, dass es in Deutschland eine Störung der Gasversorgung gebe, und daher die  Alarmstufe ausruft, werden weiterhin keine Eingriffe in die allgemeine Gasverteilung vorgenommen.

Warensortiment in der Filiale
Die Grundversorgung mit elementaren Lebensmitteln würde im Falle eines Eingriffs in die Gasverteilung Vorrang genießen. Ein genereller Gas-lieferstopp für Bäckereien ist laut Bundesnetzagentur unwahrscheinlich.

Was aber, wenn sich die Alarmstufe, die bis vor Kurzem „nur“ eine Frühwarnstufe war, doch zur veritablen Notfall-stufe auswachsen sollte? Anders gesagt: Wer bekommt noch was, wenn nichts mehr kommt? Für diesen Fall sind im aktuellen Energiesicherungsgesetz „hoheitliche“ Eingriffe, also ordnende Maßnahmen vorgesehen, bei der die Sonderrolle der Bäckereien sicherlich gewürdigt werden wird. Ziel ist nämlich die „Sicherung des lebenswichtigen Bedarfs an Gas unter besonderer Berücksichtigung der geschützten Kunden und der Minimierung der Folgeschäden“. Mit Blick auf die Grundversorgung mit elementaren Lebensmitteln wird man, so versichert es derzeit die Bundesnetzagentur, davon ausgehen dürfen, dass Bäckereien als hochgradig systemrelevant und schützenswert erachtet werden und daher vor einem generellen Gaslieferstopp bewahrt werden.

Fassen wir das Szenario „Lieferstopp“ zusammen:

Derzeit fließt Erdgas weiterhin, jedoch in reduzierten Mengen weiter. Darüber hinaus steigt die saisonale Bevorratung und die Politik ist aktiv mit der Neuausrichtung der Versorgungsinfrastruktur befasst. Käme es zu einem Lieferstopp, zählten Bäckereien aller Voraussicht nach zur kritischen Infrastruktur des lebenswichtigen Bedarfs, die auch dann noch bevorzugt mit Gas versorgt wird. Akuter Mangel herrscht also derzeit (noch) nicht, ein vollkommener Lieferstopp für Bäcker ist äußerst unwahrscheinlich.

Gibt es denn funktionsfähige Alternativen?

Viele Bäcker fragen dennoch vorsorglich nach alternativen Brennstoffen und nach Möglichkeiten zur Umrüstung bestehender Backofensysteme. Wir sprechen die derzeit diskutierten Optionen im Einzelnen an.

Flüssiggas statt Erdgas

Auch wenn beide fossile Energieträger sind und das Wort „Gas“ im Namen führen: Chemisch sind Flüssiggas und Erdgas keineswegs das Gleiche. Erdgas besteht vor allem aus Methan (CH₄) und einer Mischung weiterer Gase. Flüssiggas ist ebenfalls ein Gasgemisch, besteht aber vor allem aus den Kohlenwasserstoffen Propan und Butan (und ist nicht zu verwechseln mit LNG, dem verflüssigten Erdgas; siehe dazu den nächsten Abschnitt).

Die Umstellung von MIWE Backöfen von Erdgas auf Flüssiggas ist in Absprache mit Brennermonteuren möglich. Allerdings muss für die Bevorratung von Flüssiggas vor Ort eine geeignete Infrastruktur geschaffen werden. Und es bleibt abzuwarten, inwieweit Flüssiggas, das vor allem bei der Förderung von Rohöl und Erdgas und bei der Raffination von Mineralöl anfällt, von den derzeitigen Marktturbulenzen tatsächlich verschont bleibt und somit einen verlässlichen Ausweg aus der aktuellen Situation darstellt.
LKW Flüssiggastransport
Flüssiggas lässt sich einfacher transportieren als das auf Verrohrung angewiesene Erdgas. Doch braucht es dafür (vor Ort) eine geeignete Infrastruktur für Transport und Lagerung. Ergänzend bleibt fraglich, inwiefern das direkt von Erdgas und Rohöl-Förderung abhängige Produkt von Marktturbulenzen verschont bleibt.

LNG (Liquified Natural Gas)

Auch LNG ist nicht wirklich eine Alternative zu Erdgas, denn im Wesentlichen ist es genau das: Erdgas. Der Unterschied dabei ist, dass es mit einem speziellen Verfahren unter Tiefkühlung verflüssigt und unter hohem Druck verdichtet lager- und transportfähig gemacht wird. Die Vor- und Nachteile liegen damit auf der Hand. Einerseits hat es eine ähnliche hohe Energiedichte wie Erdgas und somit einen vergleichbaren Brennwert. Es ist außerdem als „Flüssigkeit“ nicht mehr auf Rohrleitungssysteme angewiesen, die zigtausende Kilometer über Land oder unter Wasser verlegt sind und von heute auf morgen versiegen können.
LNG Kugeltanks
LNG ist im Verhältnis 1:600 hoch verdichtetes (und gereinigtes) Erdgas. Dadurch wird es lager- und transportfähiger und bringt einen höheren Brennwert mit. Doch das Verflüssigen geschieht erst bei Temperaturen um -162 °C und ist mit hohem Energieeintrag verbunden.
Lagerung und Lieferung können in speziellen Tanks erfolgen und sind daher ähnlich flexibel wie bei Erdöl – sofern die entsprechenden Lieferterminals in Deutschland zur Abnahme verfügbar sind. Lieferungen können dann aus verschiedensten Teilen der Welt erfolgen, auch von zuverlässigen Partnern wie den USA. Vor allem mit Blick auf die Nachhaltigkeit hat aber auch dieser Brennstoff seine Tücken. Einerseits wird ein großer Teil des LNG, das künftig in Deutschland ankommen soll, in den USA durch Fracking gefördert. Das ‚Hydraulic Fracturing‘ ist höchst umstritten und in Deutschland seit einigen Jahren verboten.

Dabei werden schädliche Chemikalien (die ins Trinkwasser gelangen können) eingesetzt, um Gesteine im Untergrund aufzubrechen und das Gas zu Tage zu fördern. Dieses Gas wird anschließend unter hohem Energieaufwand auf -161 °C bis -164 °C abgekühlt. Der Transport über weite Strecken trübt die Umweltbilanz von LNG noch weiter ein.

Die LNG Infrastruktur in Deutschland und Europa ist derzeit erst im Aufbau, wird aber mit hoher Priorität vorangetrieben. MIWE Backöfen können mit einer kleinen Umrüstung der Brennerdüse problemlos auch mit LNG beheizt werden. Die Rauchgasführung bleibt unverändert.

Wasserstoff (H₂)

H2 Molekülverbindung
Wasserstoff gilt häufig als die Lösung vieler Energieprobleme, doch ist seine Herstellung derzeit noch nicht nachhaltig in dem Maße möglich, in dem Bedarfe existieren. Zeitgleich ist er schon heute dem Erdgas in kleinen Mengen beigemischt. Der Anteil wird bis 2025 etwa ein Viertel ausmachen.

Angenommen, es gäbe einen elementaren Stoff, der im Universum häufiger vorkommt als alle anderen, und dabei von Hause aus dreimal so energiereich ist wie Benzin oder Heizöl. Wäre das nicht ein großartiger Lösungsansatz für unser Dilemma? Wäre es! Der Stoff heißt Wasserstoff.

Wenn wir von Alternativen zu und Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern reden, kommt freilich nur „grüner“ Wasserstoff in Frage, der – idealerweise unter Einsatz erneuerbarer Energien – durch Elektrolyse aus Wasser erzeugt wird. Der so genannte „graue“ Wasserstoff hingegen wird ja seinerseits lediglich aus fossilen Brennstoffen erzeugt, z.B. aus Erdgas, das in Kohlendioxid und Wasserstoff gespalten wird, und stellt daher keine echte Alternative dar, wenn Erdgas eine knappe Ressource wird.

Wasserstoff gilt seit geraumer Zeit als Energieträger der Zukunft. Er verbrennt ohne CO₂-Emission und ist theoretisch in schier unbegrenzten Mengen verfügbar. Wer sich an den Chemie-Unterricht erinnert, weiß allerdings auch, dass das kleinste und leichteste aller chemischen Elemente recht herausfordernd bei Transport und Speicherung ist. Die hohe Energiedichte führt zu einer großen Brand- und Explosionsgefahr.

Wasserstoff kommt, was vielen Anwendern gar nicht bewusst sein mag, schon heute in der Backstube zum Einsatz: Dem Erdgas wird bereits jetzt Wasserstoff in kleineren Mengen beigemischt. Dieser Wasserstoffanteil im Erdgas soll kontinuierlich weiter gesteigert werden und bis zum Jahr 2025 etwa 20 % betragen. MIWE Backöfen sind für diese Beimischung schon heute ausgelegt. Bei noch höheren Beimischungen ist gegebenenfalls eine Anpassung der Brenner nötig. Die erwähnt hohe Energiedichte führt zu einer höheren Flammtemperatur, wodurch – fallabhängig – unter Umständen auch eine Brennkammer getauscht werden muss. Die Rauchgasführung selbst bleibt in jedem Fall unverändert.

Doch wie sieht es mit noch höheren Beimischungen oder gar reinem Wasserstoff als Brennstoff aus? Tatsächlich gibt es erste Forschungsprojekte, die „H₂“-Brenner in der für Produktionsbacköfen üblichen Leistungsklasse testen – aber bis zur Marktreife ist es noch ein gutes Stück Weg. MIWE Kunden dürfen aber sicher sein, dass sie zu den ersten gehören werden, denen eine Wasserstoff-Technologie angeboten werden wird, sollte sie erst einmal marktreif sein. Preislich wird erwartet, dass – in starker Abhängigkeit vom Strompreis – grüner Wasserstoff frühestens 2030 wettbewerbsfähig sein wird.

E-Fuels

Electrofuels, kurz E-Fuels, sind synthetische Kraftstoffe, die unter Einsatz von elektrischer Energie – idealerweise aus erneuerbaren Quellen – aus Wasser und Kohlenstoffdioxid hergestellt werden (Power-to-Fuel). Sie haben die gleichen Eigenschaften wie ihre natürlichen, fossilen Vorbilder, beispielsweise Benzin, Diesel oder Kerosin, und ihre Verbrennung erzeugt auch ebenso viele umweltschädliche Abgase wie die herkömmlicher fossiler Kraftstoffe.

Electrofuels or e-fuels
E-Fuels sind in ihrer Eigenschaft herkömmlichen fossilen Kraftstoffen sehr nahe. Sie werden mit Hilfe von elektrischer Energie aus Wasser und Kohlenstoffdioxid hergestellt. Das ist energieintensiv und versursacht bei der Verwendung die bekannten umweltschädlichen Abgase.
Diese Kraftstoffe können wie gewohnt gelagert und transportiert – und im Übrigen auch wie ihre fossilen Pendants in MIWE Backofentechnik ohne weitere Anpassungen verwendet werden. Der Pferdefuß ist offenkundig: Die Herstellung verbraucht sehr viel Strom, ist also extrem energieintensiv und damit teuer. Je nach Herkunft der eingesetzten elektrischen Energie ist die Energiebilanz von E-Fuels obendrein meist sehr schlecht, denn auch die Energieverluste bei der Herstellung sind hoch. Ergo: In der Praxis derzeit kaum eine überzeugende Alternative.

Photovoltaik (PV)

Haben Sie Platz an der Sonne? Viel Platz? Um genau zu sein: Sehr viel Platz? Beispielsweise auf der Wiese neben Ihrer Backstube? Oder auf einem großen Hallendach? Dann wäre vielleicht eine Photovoltaikanlage ein Lösungsansatz für Sie. Um Ihnen beim Flächenbedarf wenigstens eine Hausnummer zu nennen: 

Wollte man einen Stikkenofen MIWE roll-in (1.0608) im 1-Schicht-Betrieb mit elektrischer Energie aus einer Photovoltaikanlage beheizen, bräuchte man dafür bei der Leistungsausbeute heutiger Solarzellen knapp 1.000 m² PV-Fläche. Wenn Sie bei Ihrer Produktionsplanung nicht von der Tageszeit, also dem aktuellen Sonnenstand, abhängig sein wollen, braucht es obendrein entsprechend dimensionierte Pufferspeicher, die ganz rasch ziemlich kostspielig werden können.
Photovoltaikanlage auf Hallendach
Die benötigte elektrische Energie für einen Backofen ist trotz aller Energieeffizienz durchaus groß - da braucht es schon eine entsprechende Fläche für die Erzeugung. Der idyllische Sonnenuntergang im Bild zeigt aber auch ein Problem: wird Nachts gebacken, sind zusätzlich passend dimensionierte Energiespeicher nötig.
Daher: Aus Klimaschutzgründen ist Photovoltaik ohne Frage immer eine gute Sache; sie kann einen wesentlichen Beitrag zur Senkung Ihrer Stromkosten leisten – und der Strom, den sie erzeugt, kann für die unterschiedlichsten Energieverbraucher in Ihrer Backstube genutzt werden, ist also die universellste Energieform überhaupt. Soll Backofentechnik damit betrieben werden, sollten Sie idealerweise von Hause aus auf elektrisch betriebene Systeme gesetzt und sehr große Flächen zur Installation der PV-Elemente zur Verfügung haben.

Pellets (oder auch: Holzhackschnitzel)

Holzpellets gelten – wie Hackschnitzel auch – als nachhaltig, da Holz ein nachwachsender Rohstoff ist. Sie werden außerdem gerne als CO₂-neutral bezeichnet, weil bei ihrer Verbrennung nur so viel CO₂ freigesetzt wird, wie beim Holzwachstum gebunden worden ist – allerdings in sehr viel kürzerer Zeit, was die Rechnung insgesamt in den Augen kritischer Beobachter fragwürdig macht!

Pellets für Verbrennungsanlage
Ursprünglich wurden Pellets aus Sägemehlresten gepresst. Die heutige Nachfrage ist dafür zu groß, sodass mittlerweile auch anderes, nicht mehr sägefähiges Holz verwendet wird. Interessant: Die Energie zum Verpressen der Pellets ist bei trockenem Holz sehr gering, verglichen zum Energiegehalt.

Holz ist zudem (wie wir in diesen Tagen schmerzhaft haben erfahren müssen) eine sehr begrenzte Ressource, und seine Verbrennung generiert eine recht hohe Feinstaubbelastung – nicht umsonst werden die Anforderungen der Kaminofenverordnung mit jeder Novelle immer schärfer. Sollen die Pellets – analog zu Gas oder Öl – direkt zur Beheizung des Rauchgases in der Backkammer genutzt werden, muss außerdem die Ascheproblematik überzeugend gelöst sein, weswegen wir eine Direktbeheizung mit Pelletbrennern derzeit nicht für eine überzeugende Alternative zu sauber verbrennenden Energieträgern halten. Für die indirekte Beheizung – zum Beispiel in einer Heizkesselzentrale – sind dagegen Lösungen denkbar.

Sie wollen Ihren Backofen umrüsten? Kontaktieren Sie uns jetzt!

Zusammenfassung alternativer Brennstoffe

Die Zusammenstellung zeigt: Ersatzbrennstoffe, die ohne große Umrüstung rasch genutzt werden könnten wie LNG, Flüssiggas oder E-Fuels, sind entweder auch wieder nur Abfallprodukte bei der Herstellung und Aufbereitung klassischer fossiler Energieträger und/oder sie setzen einen derart hohen Energieeinsatz voraus, dass sie noch weitaus höhere Energiekosten verursachen dürften als herkömmliche Energieträger. Der viel versprechende Brennstoff Wasserstoff ist zum einen mit nicht unerheblichen Sicherheitsrisiken behaftet, andererseits auch in der erforderlichen Kürze noch nicht wirklich für die Belange der Bäckereien nutzbar. Sonderlösungen mögen im Einzelfall einen gangbaren Weg markieren – etwa wenn der Bäcker mit eigenem Waldgrundstück hinter der Backstube seine Heizkesselzentrale nachhaltig mit Holzpellets beheizen kann oder ein anderer so viel Dach- und Freifläche zur Verfügung hat, dass er auf Strom als Brennstoff setzen kann.

Den einen Königsweg, der allen Bäckern kurzfristig und ohne große Aufwände aus dem befürchteten Lieferdilemma hilft, gibt es jedenfalls nicht. Das bedeutet aber keineswegs, dass Bäcker der drohenden Kostenexplosion auf dem Energiesektor nichts entgegenzusetzen haben.

Was Sie in jedem Fall heute schon tun können

Der Schlüssel zur Kostenreduktion in der Backstube heißt konsequente Energieeinsparung. Sie hat den Vorteil, bei jedem Energieträger zu greifen, egal, ob Sie nun Gas, Öl, Strom oder irgendeinen alternativen Brennstoff nutzen. Sie lohnt sich umso mehr, je teurer Energie wird. Dabei stecken im Einsatz effizienterer Anlagen und eines leistungsfähigen Energierückgewinnungskonzeptes sowie in der Optimierung von Abläufen im Betrieb in aller Regel sehr viel höhere Einsparpotentiale als in der bloßen Umrüstung vorhandener Technik auf andere Brennstoffe.
MIWE Nachhaltigkeit
Wir bei MIWE beschäftigen uns inzwischen seit mehr als 13 Jahren mit den unterschiedlichen Arten der Nachhaltigkeit und bieten neben einzelnen Energierückgewinnungsprodukten insbesondere ganzheitliche Beratung für individuell passende Energiekonzepte.

Woher wir das so genau wissen? Weil wir seit der Etablierung des Geschäftsfeldes MIWE energy im Jahre 2009 mehr als 220 Unternehmen durch unsere Wärmerückgewinnungslösungen bei der Senkung ihrer Emissionen und Energiekosten begleitet und ihnen so geholfen haben, bis zum heutigen Tag insgesamt mehr als 75.000 Tonnen CO₂ einzusparen. Hinzu kommen etliche Megawattstunden Energiegesamteinsparung unserer vielen Kunden, die sich für die energiesparenden e⁺ Lösungen entschieden haben (aktuelle Zahlen: Nachhaltigkeit bei MIWE). Nicht umsonst gilt MIWE als Pionier und als klarer Technologieführer beim Thema energieeffiziente Backstube.

Ein Baustein der Energieeinsparung kann es tatsächlich sein, in neue, hoch energieeffiziente Anlagentechnik zu investieren, z.B. in den Stikkenofen MIWE roll-in e⁺ oder in den Gärvollautomat MIWE GVA e⁺. Das gilt vor allem dann, wenn die Bestandsanlagen schon deutlich in die Jahre gekommen sind. Erfahrungsgemäß ist nämlich bei der Kostensenkungsinitiative diejenige Energie am wertvollsten, die man von Anfang an gar nicht erst einsetzen muss.
MIWE Gütesiegel e+
Das Gütesiegel e⁺ verleiht MIWE ausschließlich an die Produkte, die einen nachhaltigen Beitrag zur Einsparung von Energie leisten.

Ein weiterer Baustein kann darin bestehen, die vorhandene Anlagentechnik mit leistungsfähigen Systemen zur Energierückgewinnung nachzurüsten, um den Gesamtnutzungsgrad der eingesetzten Energie zu erhöhen. Hier wäre in erster Linie die MIWE eco:nova als das universelle, hoch effiziente Rückgewinnungssystem für Backofensysteme anzusprechen. Mit ihr wird es möglich, etwa ein Viertel der aufgewendeten Energiekosten für das Backen zurückzugewinnen. Sie ist so effizient, weil sie die Energie von Rauchgas UND Schwaden nutzt – und zwar getrennt, wie es physikalisch vorteilhaft ist. Durch eine konstante Zwangsabsaugung verbessert sie obendrein die Zugverhältnisse und damit auch in aller Regel die Backergebnisse.

Die Steuerung auf der MIWE eco:nova zeigt übersichtlich Erzeuger und Verbraucher, wichtiger aber noch: die tagtäglich eingesparte Energie.

Wo vor allem Energie aus dem Rauchgas zurückgewonnen werden soll, bietet sich die MIWE eco:box als Alternative an, die in diversen Größen und Leistungsklassen für Backöfen und Heizkesselzentralen zu haben ist. Selbst die beste Energierückgewinnung bringt allerdings nichts ein, wenn sie nicht in ein vernünftiges Nutzungskonzept eingebunden ist. Es hilft Ihnen ja nichts, wenn rund um die Uhr heißes Wasser aus Ihrer Rückgewinnungsanlage tröpfelt, für das Sie keinerlei Verwendung haben. Schon bei der Auslegung der Rückgewinnung sollte daher klar sein, wofür die zurückgewonnene Energie eingesetzt werden kann – und ob sich dies sowohl für den Winter- als auch für den Sommerfall überzeugend darstellen lässt. Denn nur dann ergeben Amortisationsberechnungen, wie wir sie bei MIWE für selbstverständlich halten, einen Sinn.

Vielleicht ist es gut, an dieser Stelle daran zu erinnern, dass wir noch bei keinem einzigen Projekt mehr versprochen haben als am Ende für unsere Kunden tatsächlich zu gewinnen war. So viel Professionalität und Fairness muss schon sein.

Den größten Nutzen generieren Sie freilich, wenn in dem Zuge auch gleich ein Energiemonitoring- System wie die MIWE eco:control installiert wird, das alle Energieflüsse in der Backstube aufzeichnen und visualisieren kann. Anhand dieser Energie-Protokolle lassen sich für einen erfahrenen Analysten auf Anhieb Situationen und Konstellationen erkennen, bei denen maßgebliche Energieeinsparung möglich ist.

MIWE smartproof
Durch Prozessänderungen lassen sich häufig viele energetische Potentiale heben. Ein Verfahren wie MIWE smartproof kann dabei helfen.

Oft bringt ja auch einfach nur ein prüfender Blick auf das, was in der Backstube passiert, erste wertvolle Hinweise. Sind die Backöfen rechtzeitig oder viel zu früh backbereit? Wird die Energie, die in restwarmen Herden oder Backkammern steckt, konsequent genutzt? Schalten die Backöfen nach Backende auch in den Eco-Modus? Möglicherweise lassen sich auch durch Prozessänderungen energetische Potentiale heben: 

Liefern Sie bisher im Kühlwagen Ihre Produkte aus der zentralen Produktion zum Abbacken in den Laden, könnte ein Verfahren wie MIWE smartproof eine gute Idee für Sie sein.

Hierbei wird direkt nach der Teigaufarbeitung der Teigling auf Dielen in den Temperaturbereich um +6 °C schnellabgekühlt (im MIWE SF-D), wodurch er bis zu 36 Stunden lagerfähig wird und ohne Kühlung zum Abbacken in die Filiale transportiert werden kann. Sie frosten ungegarte oder gegarte Teiglinge? Ähnlich wie beim Erhitzen gilt auch beim Abkühlen, dass für jedes Grad weiter weg von der Umgebungstemperatur mehr Energie aufgebracht werden muss – vor allem aber für den Phasenübergang bei 0 °C. Statt also Produkte tiefgekühlt lagerfähig zu machen, kann eine Lagerung im niedrigen positiven Temperaturbereich (beispielsweise in dem Gärvollautomaten MIWE GVA durch die Gärunterbrechung) schon eine ausreichende Lagerfähigkeit herstellen und durch die nicht unterbrochene Enzymtätigkeit sogar Geschmack und Qualität verbessern.

Saugender Schockfroster MIWE SF-D
Anstelle des Frostens von Teiglingen, kann mit dem MIWE smartproof Verfahren und dem MIWE SF-D an verschiedenen Stellen Energie und somit bares Geld gespart werden.

Die Möglichkeiten, konkret etwas zu tun, sind jedenfalls so vielfältig wie die Sortimente und Produktionskonzepte der Bäckereien. Was sich am einfachsten umsetzen lässt – auf einen anderen Brennstoff umrüsten zum Beispiel – muss dabei keineswegs die wirksamste Lösung sein. Andere Ansätze, die mit Veränderungen von Abläufen, Rezepturen oder Prozessparametern einhergehen, bedeuten meist tatsächlich zu Beginn einen erhöhten Aufwand, spielen aber anschließend auch oft sehr viel üppigere Erträge ein.

Daher empfiehlt es sich ja auch, bei Maßnahmen zur Energiekostenreduzierung mit Partnern zusammenzuarbeiten, die über die technische Expertise hinaus auch die erforderliche backtechnologische Kompetenz mitbringen. Weil nur so am Ende herauskommt, was für Ihren Erfolg letztlich entscheidend ist: Bessere Backwaren, bessere Geschäfte.

Das hat Sie neugierig gemacht? Dann kontaktieren Sie uns und erfahren Sie mehr über die MIWE energy Lösungen, gern auch im MIWE live baking center in Arnstein.

Technik für die zentrale Produktion

Vom Produktionsbackofen samt Beschickung und Transport über Bäckereikältetechnik bis hin zu Energieeffizienzsystemen. Auf unserer Website finden Sie einen Überblick über unsere Lösungen für Ihre Backstube und selbstverständlich alle Details zu unserer Technik für die zentrale Produktion.

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